Warum die richtige Trinktemperatur so wichtig ist
Kennt ihr das auch? Man freut sich auf ein Glas Wein an einem warmen Sommerabend, stellt fest, dass die Flasche noch im Kühlschrank steht – oder den ganzen Nachmittag in der Sonne auf der Terrasse. Also kommt sie entweder eiskalt oder viel zu warm ins Glas. Dabei entscheiden oft schon wenige Grad darüber, ob ein Wein sein ganzes Aroma entfaltet oder eher flach und unausgewogen wirkt.
Gerade im Sommer werden wir häufig gefragt: Wie kalt sollte Wein eigentlich sein? Die Antwort überrascht viele, denn die meisten Weine werden entweder zu kalt oder zu warm getrunken.
Zu kalt? Dann bleibt der Geschmack auf der Strecke
Viele Flaschen kommen direkt aus dem Kühlschrank oder werden vor dem Servieren sogar noch kurz ins Gefrierfach gelegt. Verständlich – schließlich möchte man an heißen Tagen etwas Erfrischendes genießen.
Doch genau das nimmt vielen Weinen einen großen Teil ihres Charakters. Ist ein Wein zu kalt, bleiben die feinen Aromen verborgen, die Frucht wirkt zurückhaltend und die Säure tritt stärker in den Vordergrund. Vor allem hochwertige Weine brauchen ein paar Minuten, um ihr volles Potenzial zu zeigen.
Unser Tipp: Nehmt den Wein einfach zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Oft macht das bereits einen erstaunlichen Unterschied.
Die ideale Trinktemperatur
Als grobe Orientierung gelten folgende Temperaturen:
- Schaumweine und Frizzante: 6–8 °C
- Leichte Weißweine: 8–10 °C
- Kräftigere Weißweine: 10–12 °C
- Roséweine: 8–10 °C
- Leichte Rotweine: 14–16 °C
- Kräftige Rotweine: 16–18 °C
Ein weit verbreiteter Irrtum ist übrigens die Empfehlung, Rotwein grundsätzlich bei Zimmertemperatur zu trinken. Als diese Regel entstand, lag die Raumtemperatur oft bei etwa 18 °C. Heute sind Wohnräume im Sommer häufig 24 °C oder sogar wärmer – und das ist für die meisten Rotweine schlicht zu viel.
Darf Rotwein im Sommer in den Kühlschrank?
Ganz klar: Ja!
Ein leichter oder mittelkräftiger Rotwein profitiert sogar davon, wenn er vor dem Servieren etwa 20 bis 30 Minuten im Kühlschrank liegt. Dadurch wirkt er frischer, die Frucht kommt besser zur Geltung und der Alkohol drängt sich weniger in den Vordergrund.
Auch kräftigere Rotweine dürfen im Sommer etwas kühler ins Glas kommen. Sie erwärmen sich dort ohnehin innerhalb weniger Minuten auf die ideale Temperatur.
Unsere Sommerempfehlungen
Wenn die Temperaturen steigen, greifen wir besonders gerne zu Weinen, die Frische und Lebendigkeit mitbringen.
Der Animè Bianco Frizzante von Feudi di Guagnano ist für uns der perfekte Begleiter für laue Sommerabende. Mit seiner feinen Perlage und seiner lebendigen Frische passt er wunderbar auf die Terrasse, in den Garten oder als Aperitif.
Ebenso gerne empfehlen wir den Gavi di Gavi von La Zerba. Seine elegante Mineralität und die feine Frucht harmonieren hervorragend mit Fisch, Salaten oder mediterranen Sommergerichten.
Wer Rosé liebt, sollte den Anima Rosa, ein Primitivo Rosato von Vigne Monache probieren. Fruchtig, elegant und wunderbar ausgewogen – ein Wein, der wie gemacht ist für Grillabende oder einen Sonnenuntergang mit Freunden.
Und auch Rotwein muss im Sommer keineswegs Pause machen. Ein leicht gekühlter Barbera aus dem Piemont, beispielsweise von Elio Perrone oder Marchesi Alfieri überrascht mit einer angenehmen Frische und macht selbst an warmen Abenden richtig Freude.
Ein kleiner Tipp für heiße Tage
Stellt die Flasche lieber in einen Weinkühler oder einen Eimer mit Wasser und Eiswürfeln, anstatt sie stundenlang im Kühlschrank aufzubewahren. So bleibt die Temperatur angenehm konstant und der Wein kann sich im Glas nach und nach optimal entfalten.
Fazit
Die Wahl des richtigen Weins ist wichtig – die passende Trinktemperatur aber mindestens genauso. Oft reichen schon wenige Grad Unterschied, damit ein Wein seine Frucht, Eleganz und Finesse zeigt.
Probiert es beim nächsten Glas einfach einmal aus. Ihr werdet überrascht sein, wie viel mehr Geschmack in demselben Wein steckt, wenn er mit der richtigen Temperatur ins Glas kommt.






